Trabant

Die Produktion des Trabant-Wagens begann 1957 im staatlichen Werk Zwickau Sachsenring in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Der Trabant hatte ein Kunststoffchassis (wegen Metallmangels in der DDR) mit zwei Türen und vier Sitzen und einem Zweitakt-Zweizylindermotor mit einer Kapazität von fünfhundert Zentimetern und siebzehn PS. Die ab 1964 produzierte umgebaute Version, der P 601, hatte einen Motor mit einer Kapazität von sechshundert Zentimetern, der 1989 PS leistete. es blieb bis 20 unverändert und es wurden fast drei Millionen produziert, von denen 1.2 Prozent Kombis waren. Zusammen mit der Wartburg-Baureihe aus dem Eisenacher Werk (1966 Millionen seit XNUMX produziert) war es das einzige Auto, das die DDR für den individuellen Gebrauch produzierte. Auf dem ostdeutschen Markt war nur eine sehr geringe Anzahl importierter Autos verfügbar. (Neben Trabant und Wartburg produzierte die DDR kleine Busse, Lastwagen und Motorräder.)

Die ostdeutsche Automobilproduktion erreichte erst 1965 mehr als einhunderttausend pro Jahr und erst 1984 mehr als zweihunderttausend (gegenüber fast vier Millionen in Westdeutschland 1988) und blieb deutlich unter der Inlandsnachfrage. Die 1964er Version des Trabant wäre mit preisgünstigen Modellen auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig gewesen, aber aufgrund des kommunistischen Dogmas der moralischen Überlegenheit des Kollektivs gegenüber dem individuellen Konsum wurde der Trabi, wie er genannt wurde, schnell technisch und ästhetisch veraltet, bis es wurde als Inbegriff der strukturellen Funktionsstörungen der sozialistischen Wirtschaft angesehen. Die individuelle Mobilität durch den Besitz von Privatwagen hatte in der staatlichen Planwirtschaft eine niedrige Priorität und stand hinter den kollektiven Konsumformen. Daher blieb die Automobilproduktion im Gegensatz zu anderen Artikeln des täglichen Verbrauchs nicht subventioniert.

Auch die Automobilproduktion wurde als Exporteinnahmequelle nicht hoch geschätzt, und die Autoexporte beschränkten sich weiterhin auf die unrentablen Austauschverpflichtungen innerhalb des Ostblocks, obwohl die industriellen Traditionen und Fachkräfte der DDR nach 1945 mit denen der Bundesrepublik Deutschland vergleichbar oder sogar besser waren. Die Produktion war niedrig und die Produktionskosten extrem hoch, was zu hohen Preisen führte. Dennoch musste in der DDR ein gewisser Raum für Konsum geschaffen werden, um mit dem Image der wohlhabenden Bundesrepublik Deutschland konkurrieren zu können. Nach der Einführung des Trabant von 1964 würde die Bürokratie der Kommunistischen Partei jedoch keine weiteren Investitionen tolerieren, um mit den internationalen Standards Schritt zu halten. Das billigste Trabant-Modell kostete 1989 etwa 12,000 Mark, was einem Durchschnittslohn von fünfzehn Monaten entsprach. Das Prinzip der egalitären Verteilung zu festen Preisen führte zu endemischen Engpässen, die durch die Schaffung eines bürokratischen Systems von Wartelisten zwischen dreizehn und sechzehn Jahren behoben wurden. Plätze auf dieser Warteliste könnten legal innerhalb von Familien übertragen, aber nur informell an andere Personen und zu hohen Preisen verkauft werden. Dies führte zu einer massiven Ausbreitung des illegalen Autobesitzes. Gebrauchtwagen hatten höhere Preise als Neuwagen von der Warteliste. Obwohl der Staat versuchte, den Gebrauchtwagenmarkt zu regulieren, wurde der seltene private Handel mit Autos und Ersatzteilen ein wesentlicher Bestandteil der Schwarz- und Graumärkte.

Die Tiefe der Wirtschaftskrise von 1989 wurde deutlich, als sich die Warteliste für einen Trabant auf vierzig Jahre erstreckte. Der Fall der Berliner Mauer öffnete die DDR für den internationalen Automarkt und der Trabi startete eine zweite Karriere als Symbol für den Fall des Kommunismus: Fernsehnachrichten auf der ganzen Welt zeigten Tausende ostdeutscher Autos, die in die Straßen westdeutscher Städte eindrangen. Bald ersetzten die meisten ostdeutschen Autobesitzer ihre Trabants und Wartburgs durch westeuropäische Autos. Die Produktion von Trabant endete 1991 und das Werk wurde auf die Produktion von Volkswagen umgestellt.

Nach dem Auslaufen der Produktion erlebte der Trabi ein neues Leben als eines der begehrten Objekte der ostdeutschen Nostalgie für die DDR. Bereits 1990Geh, Trabi, geh, ein turbulenter Roadmovie über eine ostdeutsche Familie und ihre erste Reise nach Italien, gab den Ton an. Seitdem ist der Trabi zum Gegenstand eines vollwertigen Kultes geworden, zu dem Festivals, Fanclubs, Fanzines, Websites und eine Erinnerungsindustrie gehören. Sorgfältig gepflegte Trabanten sind noch immer auf den Straßen der ehemaligen DDR und in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks zu sehen.