St. Boniface

Der englische Mönch St. Bonifatius (ca. 672-754) ist als Apostel Deutschlands bekannt, weil er dort im 8. Jahrhundert die Kirche organisierte.

Boniface wurde von seinen wohlhabenden englischen Eltern Winfrith genannt und wahrscheinlich in der Nähe von Exeter, Devon, geboren. Als Junge studierte er in Benediktinerklosterschulen und wurde dabei selbst Mönch. 30 Jahre lang lebte er in relativer Ruhe, studierte, lehrte und betete. In seinen frühen 40ern verließ er die Abgeschiedenheit des Klosters, um Missionsarbeit auf dem Kontinent zu leisten. Da seine ersten Bemühungen in Friesland (jetzt Niederlande) erfolglos blieben, ging Winfrith auf der Suche nach einer Richtung nach Rom. Papst Gregor II. Umbenannte ihn in Bonifatius, "Täter des Guten", und beauftragte ihn, die Botschaft des Evangeliums in Deutschland zu verbreiten.

Im Jahr 719 machte sich der Missionsmönch auf den Weg zu einem sehr fruchtbaren Unterfangen. Er konvertierte zu Tausenden. Einmal, so heißt es in der Geschichte, hat er die riesige heilige Eiche in Geismar gehauen, um die Hessen davon zu überzeugen, dass es in der Natur keine spirituelle Kraft gibt. 722 weihte ihn der Papst zum Bischof für ganz Deutschland. 30 Jahre lang arbeitete Bonifatius an der Reform und Organisation der Kirche und verband die verschiedenen lokalen Gemeinschaften fest mit Rom. Er bat englische Mönche und Nonnen um Hilfe, um dem Volk zu predigen, seinen christlichen Geist zu stärken und ihre Treue zum Papst zu versichern. Er gründete das Kloster Fulda, heute der jährliche Treffpunkt der römisch-katholischen Bischöfe in Deutschland. Um 746 wurde Bonifatius zum Mainzer Erzbischof ernannt, wo er sich mehrere Jahre als Oberhaupt aller deutschen Kirchen niederließ.

Im Laufe der Jahre führte er einen umfangreichen Briefwechsel, bat die Päpste um Anweisungen, gab Informationen über die vielen christlichen Gemeinschaften und gab die Wünsche der Päpste an die Menschen weiter. 752 krönte er als Abgesandter des Papstes Pepin zum König der Franken. In seinen 80ern und immer noch erfüllt von seinem charakteristischen Eifer, kehrte Bonifatius zurück, um das Evangelium in Friesland zu predigen. Dort, 754 in der Nähe der Stadt Dokkum, wurden Bonifatius und mehrere Dutzend Gefährten von einer Gruppe wilder Einheimischer überfallen und getötet. Seine sterblichen Überreste wurden später nach Fulda gebracht, wo er als Märtyrer des christlichen Glaubens verehrt wurde.

Bonifatius war ein Mann der Tat, aber er war auch sensibel für die Gefühle derer, mit denen er in Kontakt kam. Sein Organisationsgenie und seine Loyalität gegenüber Rom haben das deutsche Christentum jahrhundertelang beeinflusst.

Weiterführende Literatur

Das Leben des Heiligen Bonifatius wurde von einem deutschen Priester, Willibald, kurz nach Bonifaces Tod geschrieben. Eine Übersetzung dieser Arbeit und einige Auszüge aus Bonifaces Korrespondenz sind in CH Talbot, Hrsg., Enthalten. Die angelsächsischen Missionare in Deutschland (1954). Eine modernere Interpretation seines Lebens gibt Eleanor Shipley Duckett in Angelsächsische Heilige und Gelehrte (1947). Godfrey Kurths biografische Studie St. Bonifatius (trans. 1935) enthält eine hilfreiche Bibliographie.

Zusätzliche Quellen

Bonifatius, Heiliger, Erzbischof von Mainz, ca. 675-754., Die Briefe des Heiligen Bonifatius, New York: Norton, 1976, 1940.

Der größte Engländer: Aufsätze über St. Bonifatius und die Kirche in Crediton, Exeter: Paternoster Press, 1980.

Sladden, John Cyril., Bonifatius von Devon: Apostel von Deutschland, Exeter, Paternoster Press, 1980. □