Salzburger Ausweisung

Salzburger Ausweisung. Am 11. November 1731 ordnete der katholische Erzbischof von Salzburg, Leopold Anton von Firmian (reg. 1727–1744), die Ausweisung aller Protestanten aus dem Erzbistum an. Arme und landlose Protestanten wurden angewiesen, innerhalb der Woche abzureisen; Die protestantischen Haushalte erhielten zwei Monate Zeit. Der Orden betraf mehr als zwanzigtausend Bauern, hauptsächlich aus der Region Pongau (etwa dreißig Meilen südlich von Salzburg) - die größte religiöse Deportation in der Geschichte der frühen Neuzeit in Europa nach der Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich bei der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685.

Jahrzehntelang blühte der Protestantismus unter den Bauern in den Alpentälern südlich von Salzburg fast unbeschwert auf. Nicht lange nach seiner Wahl zum Erzbischof im Jahr 1727 versuchte Firmian, eine stärkere administrative und pastorale Kontrolle über die abgelegenen Regionen seines Sees auszuüben. Seine Bemühungen lösten Widerstand aus, der in ganz Deutschland mit der Veröffentlichung eines Dokuments im Juni 1731 in Nürnberg bekannt wurde, in dem angeblich die Beschwerden von neunzehntausend unterdrückten Salzburger Protestanten dargelegt wurden, eine erheblich größere Zahl, als Firmian zu Beginn seiner Rekatholisierung erwartet hatte Kampagne. Die wachsende regionale Rebellion und die überraschend große Größe der protestantischen Minderheit veranlassten Firmian, sich der Ausweisung als Lösung zuzuwenden.

Die ersten Verbannten verließen Salzburg Ende November. Sie verbrachten den Winter damit, in Süddeutschland zu wandern, ohne ein dauerhaftes Zuhause zu finden. Als der Großteil der Haushalte im April 1732 vertrieben wurde, bot der König von Preußen sein Land als Ziel für die Flüchtlinge an. Ostpreußen war relativ unbewohnt, und König Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713–1740) war froh, Einwanderer zu haben, um es zu bevölkern. Preußen verwaltete ein Konvoisystem, um Einwanderer in ihre neuen Häuser zu transportieren. Bis 1734 wurden zwölftausend Flüchtlinge in Ostpreußen angesiedelt.

Eine Folge der Vertreibung war, dass Preußen seine Identität als politisches Bollwerk des deutschen Protestantismus festigte, was es erstmals 1685 durch die Aufnahme hugenottischer Flüchtlinge erreicht hatte. Eine massive Ausgießung von Predigten und Broschüren durch politisch aktive Protestanten machte auf die Notlage der Auswanderer aufmerksam als sie ihren Weg nach Preußen machten. Die Vertreibung war daher eine PR-Katastrophe für den politischen Katholizismus in Deutschland. Die "Legende" der Salzburger Vertreibung war im kulturellen Konflikt zwischen deutschem Protestantismus und Katholizismus im neunzehnten Jahrhundert ebenso stark wie im achtzehnten.