Paul Troger

Paul Troger (1698-1762) war ein österreichischer Maler, dessen höchst dramatischer Stil und die Verwendung heller Farben, insbesondere in seinen Fresken, die österreichische Malerei um die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierten und die nachfolgenden Generationen stark beeinflussten.

Paul Troger wurde am 30. Oktober 1698 in Welsberg bei Zell in Tirol geboren. Dort studierte er im Alter von 16 Jahren unter der Schirmherrschaft der Familie Firmian Kunst bei Giuseppe Alberti. Dann ging Troger mit Hilfe des Fürstbischofs von Gurk nach Venedig, wo er von den neuen Entwicklungen in der Malerei beeinflusst wurde, die von Giovanni Battista Piazzetta, Sebastiano Ricci und Giovanni Battista Pittoni ausgelöst wurden. Troger studierte auch in Rom, Neapel und Bologna, den damals führenden künstlerischen Zentren Italiens, wo die Werke der Caracci, Luca Giordano und Giuseppe Maria Crespi ebenfalls für seine Entwicklung wichtig waren.

Bei seiner Rückkehr nach Österreich arbeitete Troger zunächst in Salzburg. Anschließend zog er dauerhaft nach Wien, wo er bald an die Akademie der bildenden Künste wechselte. 1751 war er Professor an der Akademie und 1754 deren Leiter. Als Lehrer war er ein dominierender Einfluss auf eine große Anzahl von Schülern dort; Zu seinen Schülern gehörten die Maler Franz Sigrist, Franz Karl Palko und Franz Anton Maulbertsch.

Obwohl Troger viele Staffelei-Bilder gemalt hat, war er für seine Fresken berühmt und in den österreichischen Ländern sehr gefragt. Bemerkenswert unter ihnen sind seine Decken in der Marmorhalle und die Bibliothek des Klosters Melk (1732-1733) Apotheose Karls VI. Als Apollo über die Haupttreppe der Abtei Göttweig (1739) und Fresken in anderen großen Klostergebäuden Österreichs - Altenburg, Zwettl, Seitenstetten und Geras. Er malte auch Fresken in der Kirche St. Ignatius in Györ, Ungarn (1744; 1747), der Decke des Doms von Brixen (heute alte Kirche Maria Dreieichen bei Wien (1752)).

Trogers Fresken zeichnen sich durch ihre immense Vitalität in Bewegung und Farbe aus. Mit höchstem Illusionismus scheinen sie die Decke auszulöschen und dem Betrachter eine himmlische Vision einer verblüffenden Realität zu präsentieren. Sein wichtigster Beitrag zur österreichischen Malerei, den seine Zeitgenossen bemerkten, war die Ablehnung der starken dunklen Farben des frühen 18. Jahrhunderts zugunsten einer zunehmend helleren, für das Rokoko typischen Palette, die als seine bekannt ist leichte Manier. Er hat seinen im Wesentlichen tiroler Naturalismus jedoch nie ganz aufgegeben und selbst in mythologischen und allegorischen Themen realistische Details eingeführt. Sein Gemälde passte den farbenfrohen Idealismus von Johann Michael Rottmayr an den neuen Geschmack des Rokoko an und prägte die höchst eigenwillige und emotionale Malerei des jungen Maulbertsch.

Weiterführende Literatur

Die maßgebliche Monographie über Troger von Wanda Aschenbrenner (1965) ist in deutscher Sprache. Auf Englisch beschäftigen sich nur zwei Werke ausführlich mit Troger: Nicholas Powell, Vom Barock bis zum Rokoko (1959) und Eberhard Hempel, Barockkunst und Architektur in Mitteleuropa (1965). □