Otto, louise

Otto, louise (1819–1895), German feminist.

Louise Otto wurde in Meißen im sächsischen Königreich geboren, das damals ein Bundesland war. Als jüngste Tochter eines Anwalts sind sie und ihre drei Schwestern in einem wohlhabenden und geschäftigen Haushalt aufgewachsen, in dem Frauen häusliche und kulturelle Interessen miteinander verbanden. Obwohl sie erst bis zu ihrer Konfirmation im Alter von 1840 Jahren zur Schule ging, bildete sie sich weiter und entwickelte eine Berufung für Literatur. Ihre Eltern starben, als sie sechzehn war. Ihre Karriere als Schriftstellerin und Feministin begann XNUMX mit einem Gedicht mit dem Titel "Die Klöpplerinnen", in dem sie sich auf die Not der Arbeiterinnen in der Textilindustrie berief. Obwohl ihr erster Roman unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht wurde, erschienen ihre nachfolgenden Romane - viele zu politischen Themen - unter ihrem eigenen Namen. Ihr literarischer Ruf wuchs stetig.

1844 erklärte Otto in einer Zeitung des prominenten linken Politikers Robert Blum, dass die Teilnahme an der Politik sowohl eine rechte als auch eine Pflicht der Frauen sei. Im Jahr 1848, einem Jahr, in dem in vielen deutschen Bundesländern Revolutionen ausbrachen, erlangte Otto öffentliche Bekanntheit, indem er eine politische Erklärung mit dem Titel "Petition eines Mädchens" veröffentlichte, in der die sächsische Regierung aufgefordert wurde, Arbeitnehmerinnen das Recht zu geben, sich zu organisieren. Ihre Beteiligung an linken Anliegen brachte sie mit August Peters zusammen, einem Führer der Arbeiterklasse, mit dem sie sich verlobte. 1849 wurde Peters verhaftet und wegen seiner Teilnahme an einem Aufstand der Arbeiterklasse in Dresden zum Gefängnis verurteilt.

1849 gründete Otto die Frauen-Zeitung (Frauenmagazin), Deutschlands erste große feministische Zeitschrift. Das Magazin enthielt Artikel von Otto selbst und einer Gruppe gleichgesinnter Frauen aus Leipzig. Als Herausgeberin distanzierte sich Otto von so kontroversen Frauen wie dem Franzosen George Sand oder der Deutschen Louise Aston, die sie "Karikaturen von Männern" nannte. Sie forderte Frauen auf, ihre ausgesprochen weibliche Berufung für Mitgefühl und Fürsorge zu entwickeln, anstatt Männer nachzuahmen. Sie bekräftigte jedoch die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Unterschiede und setzte sich für das Recht der Frauen ein, "eine reife und unabhängige" Rolle in dem demokratischen Staat zu übernehmen, von dem sie hoffte, dass er sich aus den Revolutionen von 1848 ergeben würde. Obwohl sie Ehe und Häuslichkeit lobte, bestand Otto auch darauf, dass Frauen auch die Mittel haben müssen, um wirtschaftlich unabhängig zu werden. Die Zeitschrift widmete den beruflichen Möglichkeiten für Frauen viel Raum. Dazu gehörte der Kindergarten, eine innovative Form der frühkindlichen Bildung, die von Friedrich Fröbel entwickelt wurde und darauf bestand, dass Frauen am besten geeignet sind, kleine Kinder zu unterrichten.

Nach der Niederlage der Revolutionen gehörten Journalistinnen und politische Aktivistinnen zu den ersten Opfern einer Welle konterrevolutionärer Repressionen. 1850 verbot ein sächsisches Gesetz, das sich speziell an Otto richtete, Frauen, Zeitungen oder Zeitschriften herauszugeben. Obwohl sie ihr Hauptquartier von Sachsen in die preußische Stadt Gera verlegte, war Otto gezwungen, die Veröffentlichung der Frauen-Zeitung 1853. 1851 wurden in Preußen und anderen Staaten Gesetze verabschiedet, die den Kindergarten untersagten und Frauen die Teilnahme an politischen Parteien und Vereinigungen untersagten.

In den 1850er Jahren zog sich Otto aus der Politik zurück, schrieb Romane und heiratete Peters nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1858. Danach wurde sie als Louise Otto-Peters bekannt. Das Paar veröffentlichte eine Zeitung, die Mitteldeutsche Volkszeitung, in Leipzig. Peters starb 1865. Die Ehe brachte keine Kinder hervor.

1865 berief Otto-Peters eine Frauenkonferenz in Leipzig ein. Das Ergebnis war die Gründung der ersten nationalen feministischen Organisation Deutschlands, der Allgemeine Deutsche Frauenverein (General German Women's Association) oder ADF, den Otto-Peters mit der Lehrerin Auguste Schmidt zusammenarbeitete. Otto-Peters hat das Tagebuch der Organisation herausgegeben, Neue Bahnen (Neue Wege) bis zu ihrem Tod. Durch das Gesetz gegen die politische Beteiligung von Frauen daran gehindert, das Frauenwahlrecht zu befürworten, konzentrierte sich der ADF auf Bildungs- und Berufsmöglichkeiten. Otto-Peters sprach aber auch kontroverse Themen wie Pazifismus und die Reform der Gesetze an, die den Status von Frauen, Müttern und Kindern definierten. Otto-Peters starb 1895 in Leipzig.

Otto-Peters gehörte zu den wichtigsten Gründern feministischer Bewegungen in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern. In ihrer langen Karriere als Politikerin, Journalistin und Autorin (sie war Autorin von XNUMX Büchern, darunter Romane und feministische Theorien) entwickelte sie eine Ideologie, die die nächste Generation feministischer Führer, darunter Helene Lange und Gertrud, inspirieren sollte Bäumer. Sie glaubte, dass das Ziel des Feminismus nicht darin bestand, Frauen wie Männer zu machen, sondern die unverwechselbaren Gaben von Frauen für Mitgefühl, Fürsorge und soziale Verantwortung zu stärken. Otto-Peters verband diesen Glauben an geschlechtsspezifische Unterschiede mit einem starken Bekenntnis zu Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und dem Recht des Einzelnen, sowohl Männer als auch Frauen, in Freiheit zu leben.