Orthodoxe Kirche

Orthodoxe Kirche. Hauptgruppierung christlicher Kirchen, die durch vollständige Gemeinschaft miteinander eine einzige Kirche bilden. Die orthodoxe Kirche behauptet, direkt von der Kirche der Apostel und der sieben ökumenischen Räte abstammen zu können. Der Name "Ostorthodox" (zu unterscheiden von "Orientalisch Orthodox") entstand aus Unfällen der Geschichte und Geographie, die zu einer Trennung vom "Westen" führten; Aber die Orthodoxie hat sich tatsächlich auf der ganzen Welt verbreitet.

Die orthodoxe Kirche besteht aus einer Reihe von autokephalen Körpern, die miteinander in Verbindung stehen: den alten Patriarchaten von Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem sowie den orthodoxen Kirchen Russlands, Serbiens, Rumäniens, Bulgariens, Georgiens, Griechenlands, der Tschechoslowakei, Polens und Zyperns und Albanien. Darüber hinaus gibt es in Finnland, Kreta, Japan und China autonome Kirchen (deren Primas unter der Schirmherrschaft einer der autokephalen Kirchen steht) und Missionen in Korea und Afrika, die noch nicht autonom sind. Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel hat einen Ehrenrang, aber keine universelle Gerichtsbarkeit, die der des Papstes entspricht.

Die orthodoxe Kirche führt ihre Geschichte auf die Missionsarbeit von Paulus zurück und wurde selbst Missionar, wobei sie insbesondere die Bekehrung der Slawen durch die „Apostel der Slawen“, Kyrill und Methodius erreichte. Russland wurde 988 ein christliches Königreich unter St. Wladimir.

Es gab eine fortschreitende Entfremdung zwischen Rom und Konstantinopel, teilweise aufgrund unterschiedlicher liturgischer Gebräuche und auch aufgrund der Behauptungen des römischen Papsttums. Es gab ein vorübergehendes Schisma unter Patriarch Photius, dann ein letztes unter Michael Cerularius im Jahr 1054. Versuche der Wiedervereinigung, insbesondere beim Konzil von Florenz (1439), waren erfolglos.

Nach dem Fall von Konstantinopel (1453) geriet die Kirche unter muslimische Herrschaft.

Die orthodoxe Lehre geht aus der Bibel, den Formeln der sieben ökumenischen Konzile und weitgehend aus den Schriften der griechischen Väter hervor. Viele neuere Definitionen im W., z. B. die Natur der Sakramente und die Unbefleckte Empfängnis, sind nicht festgelegt. Andererseits macht die ständige und ausschließliche Berufung auf alte Autoritäten die orthodoxe Theologie von Natur aus konservativ.

Die orthodoxe Liturgie (Eucharistie) ist länger als die westliche und wird in der Regel mit größeren Zeremonien gefeiert. Die Taufe erfolgt durch Untertauchen, gefolgt von der Chrismatisierung (siehe CHRISMUS). Ikonen sind ein wesentlicher Bestandteil der Einrichtung eines Kirchengebäudes und stehen in Häusern im Mittelpunkt privater Gebete.

Pfarrer sind normalerweise verheiratet, dürfen aber nach ihrer Ordination als Diakon nicht heiraten. Bischöfe sind jedoch immer zölibatiert und kommen daher nicht aus dem Pfarrklerus, sondern aus den Reihen der Mönche. Neben der Bereitstellung von Bischöfen hat das Mönchtum auch das intellektuelle und spirituelle Zentrum der Orthodoxie bereitgestellt, insbesondere in der Neuzeit auf dem Berg Athos, aber viele Theologen sind heute Laien.