Nordmänner in Amerika

Nordmänner in Amerika. Generationen amerikanischer Schulkinder wurde beigebracht, dass Amerika 1492 vom italienischen Entdecker Christoph Kolumbus "entdeckt" wurde und dass in den folgenden Jahren die ersten europäischen Kolonien gegründet wurden. Diese Sicht auf die Geschichte der europäischen Aktivitäten auf dem nordamerikanischen Kontinent spiegelt sowohl eine relativ enge Sicht auf die Geschichte wider, die sich auf die Kolonialmächte Westeuropas in der Zeit ab dem XNUMX. Jahrhundert konzentrierte, als auch eine Tradition in der skandinavischen Geschichte über frühere Expeditionen in Nordamerika von den Nordischen.

Die Nordmänner waren unter wirtschaftlichem und politischem Druck große Entdecker und starteten vom Ende des 870. bis zum Beginn des XNUMX. Jahrhunderts Expeditionen nach Großbritannien, Island und Grönland. Dies gelang ihnen aufgrund ihrer langen Tradition in der Seefahrt und der technologischen Entwicklungen im maritimen Design, die diese Periode in der nordischen Geschichte kennzeichneten. Sie gründeten irgendwann um das Jahr XNUMX eine permanente Kolonie im heutigen Island. Diese Kolonie überlebte und wurde zur Grundlage für die moderne isländische Nation. Die Nordländer gründeten etwa ein Jahrhundert später auch eine permanente Kolonie in Grönland. Grönland war jedoch klimatisch weit weniger gastfreundlich als Island, und aus diesem Grund und möglicherweise aufgrund von Fehden zwischen Familien scheiterte die grönländische Kolonie innerhalb eines Jahrhunderts.

Es gibt sowohl literarische als auch archäologische Beweise dafür, dass die Nordländer ungefähr zur gleichen Zeit, als sie ihre grönländische Kolonie gründeten, auch den Nordatlantik überquerten und sich auf den Weg zur nordamerikanischen Küste machten. Höchstwahrscheinlich landeten die Nordländer irgendwo entlang der kanadischen Küste und haben dort möglicherweise kleine Kolonien gegründet. Literarische Quellen bezeichnen diese als Vinland, Helluland und Markland, wobei Vinland das bekannteste der drei ist. Adam von Bremen bezieht sich in einer Geschichte von etwa 1075 auf Vinland. Noch wichtiger ist, dass es mehrere skandinavische Quellen gibt, die mehr Details enthalten.

Beide Grönländische Saga ("Saga der Grönländer") und Eiríks Saga Rauda ("Saga von Erik dem Roten") verweisen ausdrücklich auf nordische Erkundungen in Vinland. Die in diesen Sagen enthaltenen Informationen sind ziemlich detailliert, obwohl ihre Historizität in Frage gestellt werden muss, da beide Sagen das Ergebnis langer mündlicher Überlieferungen sind und erst zwei Jahrhunderte nach den Ereignissen auf das Schreiben reduziert wurden. Trotzdem ist das Bild, das aus den Sagen hervorgeht, ziemlich faszinierend. Es scheint, dass die nordischen Siedler in Grönland beschlossen haben, mehrere Expeditionen über den Atlantik zu unternehmen. Das bemerkenswerteste Mitglied dieser Expeditionen war Leif Eriksson, dessen Vater Erik der Rote eine der wichtigsten grönländischen Farmen, Brattahlid, gegründet hatte.

Obwohl wir starke literarische Beweise für nordische Einfälle in Nordamerika haben, gibt es keine Möglichkeit, die genauen Orte von Vinland, Markland oder Helluland aus diesen literarischen Quellen zu entdecken. Die archäologischen Beweise können jedoch in dieser Angelegenheit eine große Hilfe sein. Helge und Anne Stine Ingstad gruben an der Nordspitze Neufundlands in der heutigen L'Anse aux Meadows eine ganz klar nordische Siedlung aus. Diese Ausgrabungen in den 1960er und 1970er Jahren bestätigten zumindest allgemein die Behauptungen der skandinavischen Quellen über nordische Siedlungen in Nordamerika. Leider enthüllen die archäologischen Beweise nicht, ob das Gelände von L'Anse aux Meadows als dauerhafte Siedlung, vorübergehender Zwischenstopp oder Zwischenstation für andere Expeditionen gedacht war. Wir wissen, dass es unabhängig von der Verwendung nicht lange dauerte.

In der Umgebung von L'Anse aux Meadows und an anderen Orten wurden nordische Artefakte gefunden, aber es gab nur wenige, zum Beispiel eine in Neufundland gefundene Stecknadel mit starkem Wikinger- und keltischem Einfluss und eine nordische Münze aus der Regierungszeit von König Olaf Kyrre ( 1066–1093) in Maine bei den Überresten eines indianischen Dorfes.

Die Frage der nordischen Erkundung in Nordamerika nahm mit der Kontroverse um die Veröffentlichung der sogenannten Vinland-Karte von 1965 einen öffentlicheren Aspekt an. Diese Karte, die angeblich aus dem 1492. Jahrhundert stammt und präkolumbianische nordische Reisen nach Nordamerika dokumentiert, hat zwei ziemlich hitzige Debatten ausgelöst. Der erste bezieht sich auf die Authentizität der Karte selbst, wobei einige Wissenschaftler die Karte und ihre Authentizität nachdrücklich unterstützen und andere, insbesondere Wissenschaftler und diejenigen, die verschiedene Datierungstechniken verwenden, behaupten, dass die Karte eine spätere Fälschung ist. Die zweite Debatte geht trotz der Beweise in L'Anse aux Meadows auf die Frage ein, ob die Nordländer tatsächlich die nordamerikanische Küste vor Columbus erreicht haben. Dennoch stimmen die meisten Gelehrten darin überein, dass die archäologischen und historischen Beweise eine zumindest vorübergehende nordische Präsenz irgendwo in Nordamerika vor XNUMX stark unterstützen.

Literaturverzeichnis

Fitzhugh, William W. und Elisabeth I. Ward, Hrsg. Wikinger: Die nordatlantische Saga. Washington, DC, Smithsonian Institution / Nationales Naturkundemuseum, 2000.

Roesdahl, sonst. Die Wikinger. Übersetzt von Susan M. Margeson und Kirsten Williams. London und New York: Penguin, 1992; 2d ed., 1998.

Wooding, Jonathan. Die Wikinger. New York: Rizzoli, 1998.

KarenbethFarmer

MHHoeflich

GwynJones