Joseph Paul Goebbels

Der deutsche Politiker Joseph Paul Goebbels (1897-1945) leitete das umfangreiche Propagandasystem im nationalsozialistischen Deutschland.

Joseph Goebbels wurde am 29. Oktober 1897 in der rheinischen Textilstadt Rheydt als Sohn eines frommen katholischen Buchhalters mit bescheidenen Mitteln geboren. Mit Unterstützung von Stipendien katholischer Organisationen besuchte der junge Goebbels die Universität und promovierte 1922 in Literatur.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen als Schriftsteller, Journalist und Redner trat Goebbels 1924 unter Gregor Strasser der nationalsozialistischen Organisation in Norddeutschland bei und gab von 1924 bis 1926 verschiedene Publikationen dieser Gruppe heraus. Im Spätsommer 1925 lernte Goebbels Hitler kennen , war sofort in den Führer verliebt und brach im November 1926 mit Strasser ab, um als nach Berlin zu gehen Gauleiter (Bezirksleiter) auf Hitlers Wunsch. Hier gründete und redigierte er wöchentlich die Party, Der Angriff (Der Angriff). Er übernahm 1928 die Propagandamaschine der Partei und wurde mit Hitlers Machtantritt 1933 Minister für Volksaufklärung und Propaganda.

Von dieser Position aus baute Goebbels eine Maschinerie der Gedankenkontrolle auf, die nicht nur das NS-Regime und später die Kriegsanstrengungen wirksam unterstützte, sondern auch alle Formen des künstlerischen und intellektuellen Ausdrucks aktiv einschränkte und formte, um den Idealen des Nationalsozialismus zu entsprechen und vor allem rassistischer Antisemitismus. Dies beinhaltete die Kontrolle der Presse durch Zensur und Entfernung jüdischer und nicht-nationalsozialistischer Redakteure sowie die Einrichtung von staatlich geförderten Radiosendern, Zeitungen und Magazinen. Jüdische Künstler, Musiker, Schriftsteller und sogar Naturwissenschaftler - viele der fähigsten Männer und Frauen Deutschlands - wurden entfernt und oft in Konzentrationslager geschickt. Werke jüdischer Komponisten und Schriftsteller wurden verbrannt und verboten. "Dekadente" moderne Kunst wurde durch einen nationalsozialistischen Standard pseudoromantischer, sentimentaler Kunst ersetzt. Die Bildung auf allen Ebenen wurde ähnlich kontrolliert.

Massenkundgebungen, allgegenwärtige Lautsprechersysteme und die Massenproduktion und Verbreitung von "Volksradios" sorgten für eine breite Verbreitung von Hitlers demagogischen Appellen an die Nation. Goebbels, der eine ungewöhnlich ansprechende Stimme hatte, wurde zunehmend zum Kommunikationskanal des Führers mit der Bevölkerung. Am berüchtigsten war Goebbels 'Rede im August 1944 im Berliner Sportpalast, in der er fanatisch zum totalen Krieg aufrief.

Sein Fanatismus hielt bis zum Ende an. 1945 forderte Goebbels die Zerstörung des deutschen Volkes, da es keinen Sieg erringen konnte. Er blieb bei Hitler, auch nachdem Hermann Göring und Heinrich Himmler Kontakte zu den Alliierten gesucht hatten. Goebbels tötete sich und seine ganze Familie am 1. Mai 1945 in Berlin, nur wenige Stunden nach Hitlers Selbstmord.

Weiterführende Literatur

Beide Sätze von Goebbels 'Tagebüchern sind in englischer Sprache erhältlich: Louis P. Lochner, hrsg. und trans., Die Goebbels-Tagebücher, 1942-43 (1948) und Helmut Heiber, Hrsg., Die frühen Goebbels-Tagebücher, 1925-26, übersetzt von Oliver Watson (1962). Von Goebbels 'Büchern nur seine frühen Tagebucherinnerungen Mein Teil im deutschen Kampf (trans. 1940) ist in englischer Sprache verfügbar. Die umfangreichste Biographie von Goebbels in englischer Sprache, Ernest K. Bramstedt, Goebbels und nationalsozialistische Propaganda, 1925-1945 (1965) ist auch eine brillante Studie über die totalitäre Propagandamaschine. Eine kürzere, biografischere Studie der Journalisten-Historiker Roger Manvell und Heinrich Fraenkel, Dr. Goebbels: Sein Leben und Tod (1960) ist für den allgemeinen Leser vielleicht zugänglicher und aufregender. Die älteren Biografien - Rudolf Semmler, Goebbels: Der Mann neben Hitler (1947); Curt Riess, Joseph Goebbels (1948); und Erich Ebermayer und Hans-Otto Meissner, Evil Genius: Die Geschichte von Joseph Goebbels (trans. 1953) - sind weniger wissenschaftlich, aber immer noch nützlich und interessant.

Zusätzliche Quellen

Goebbels, Joseph, Die Goebbels-Tagebücher, 1939-1941, London: H. Hamilton, 1982.

Goebbels, Joseph, Mein Teil im deutschen Kampf, New York: H. Fertig, 1979.

Heiber, Helmut, Goebbels, New York: Da Capo Press, 1983, 1972.

Semmler, Rudolf, Goebbels, der Mann neben Hitler, New York: AMS Press, 1981. □