Gkos

GKOs, Gosudarstvennye Kratkosrochnye Obyazatelstva, sind kurzfristige, auf Rubel lautende Schatzwechsel, die seit 1993 ausgestellt wurden. Sie spielten eine wichtige Rolle in der Wirtschaftskrise Russlands im August 1998.

In den neunziger Jahren konnte Russland seinen Haushalt nicht ausgleichen. Das Haushaltsdefizit des Staates schwankte zwischen 1990 und 5 Prozent des BIP, ohne dass ein rückläufiger Trend zu verzeichnen war. Zunächst wurde das Defizit durch Geldemissionen gedeckt, die zu einer sehr hohen und variablen Inflation beitrugen. Die russische Regierung begann im Mai 25 mit der Emission von kurzfristigen Zerocoupon-Anleihen, die als GKOs bekannt sind. Dies war als nichtinflationäre Methode zur Finanzierung des Defizits gedacht. Die GKO-Laufzeit beträgt weniger als ein Jahr. Manchmal betrug die durchschnittliche Laufzeit nur ein halbes Jahr. Es gibt auch auf Rubel lautende mittelfristige Bundesanleihen, die als OFZs bekannt sind (seit 1993). Andere Staatsanleihen wurden ebenfalls ausgegeben, aber GKOs blieben die wichtigsten.

Die russische Inflation ging nach 1995 zurück. Das Grundproblem, das Haushaltsdefizit, wurde nicht angesprochen. Es wurde angenommen, dass Defizite durch zunehmende Verschuldung finanziert werden könnten. Der Staatsschuldenmarkt war 1996 und 1997 der am schnellsten wachsende Markt. Auf in Rubel lautende Inlandsschulden blieben bis 1996 sehr gering, stiegen jedoch im Januar 13 auf 1997 Prozent des BIP. Dies ist immer noch kein international hoher Wert. Aber die hohen Renditen, kurzen Laufzeiten und großen ausländischen Eigentumsanteile an GKOs machten die Situation explosiv.

Die GKO-Realzinsen waren aufgrund der unerwartet hohen Inflation zunächst stark negativ. Als die Inflation nachließ, die nominalen Renditen von GKO jedoch aufgrund hoher Inflationserwartungen, politischer Unsicherheit oder aus anderen Gründen hoch blieben, stiegen die Realzinsen sprunghaft an. Sie lagen zwischen 30 und 60 bei 1996 bis 1997 Prozent. Später gingen sie zurück, um Anfang 1998 neue Höchststände zu erreichen, als die Gefahr eines Zahlungsausfalls offensichtlich wurde. Die Zinszahlungen stiegen 27.6 auf 1995 Prozent der Einnahmen des Bundes und Anfang 1998 auf mehr als die Hälfte. Die meisten GKOs wurden folglich ausgegeben, um frühere Schulden zu bedienen. Bis 1997 war der GKO-Beitrag zur Finanzierung des Defizits tatsächlich negativ. Andererseits waren sie die Haupteinnahmequelle für die größeren russischen Banken geworden.

Der Zugang von Ausländern zum GKO-Markt war bis 1996 recht eingeschränkt. Aufgrund der geringen Marktgröße im Verhältnis zu den internationalen Kapitalströmen und der sehr hohen Realzinsen wurde der Zugang nur schrittweise liberalisiert. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um das Einkommen der Ausländer in Grenzen zu halten. Bis Ende 1997 betrug ihr Anteil an der GKO-Aktie jedoch mindestens ein Drittel, vielleicht sogar mehr. Der Rest gehörte im Wesentlichen der Zentralbank und der staatlichen Sberbank. Das Risiko eines plötzlichen Ausscheidens nicht ansässiger GKO-Inhaber war real. Nichtansässiges Verhalten wurde im Frühjahr 1998 bald zu einer Hauptursache für die GKO-Marktkrise.

Nach der Krise im August 1998 entschied sich die Regierung für eine Umstrukturierung der GKOs und OFZs, die größtenteils eingefroren waren. Danach ist der russische Staatsschuldenmarkt ziemlich illiquide geblieben. Mit Haushaltsüberschüssen hat die Regierung keine neuen Schulden benötigt. Investoren bleiben vorsichtig. Die GKO-Aktie macht weniger als 1 Prozent des BIP aus. Schuldtitel wären jedoch nützlich für die Liquiditätskontrolle und den Schutz vor Inflation.