Friedrich gogarten

Der deutsche Theologe Friedrich Gogarten wurde 1887 in Dortmund geboren. Nach seiner Tätigkeit als Pastor in Thüringen wurde er 1927 Professor für systematische Theologie in Jena und wechselte 1935 an den entsprechenden Lehrstuhl in Göttingen. Er war früh mit der neuen dialektischen Theologie und ihrer Revolte gegen Liberalismus und Idealismus verbunden. Innerhalb dieser Bewegung steht er Rudolf Bultmann näher als Karl Barth, erarbeitete jedoch eine eigene Position. Sein Denken zeigt den Einfluss der existentialistischen Philosophie, aber er behauptete, dass es auch die Einsichten von Martin Luther fortsetzt, auf den Gogarten eine anerkannte Autorität war.

Gogarten glaubte, Luther habe die christliche Theologie aus dem Griff der Metaphysik befreit. Diese Errungenschaft wurde in der Zeit der protestantischen Orthodoxie nach der Reformation verdeckt, aber jetzt ist es an der Zeit, seine Einsichten wiederzubeleben, die im Sinne der gegenwärtigen existentialistischen Philosophie neu formuliert werden können. Laut Gogarten wurden die wichtigsten christlichen Lehren unter der Herrschaft metaphysischer Kategorien formuliert, in einer Zeit, in der Geschichte als ein Prozess verstanden wurde, der in einem stationären metaphysischen Rahmen stattfindet und in dem der Verlauf der Geschichte durch metaphysische Faktoren bestimmt werden sollte. Die Befreiung von der Metaphysik ermöglicht es, die Geschichte mit einer neuen Ernsthaftigkeit aufzunehmen. Der Mensch ist für die Geschichte verantwortlich und schafft sie durch seine Entscheidungen. Wir sind bisher nicht verpflichtet, die Geschichte im Lichte der Metaphysik zu interpretieren, sondern müssen die metaphysischen Systeme selbst eher als Produkte der Geschichte betrachten. Das Christentum ist nicht von einem metaphysischen System abhängig, sondern die Aufforderung zu einem historischen Selbstverständnis, in dem wir unter dem Wort Gottes, das uns in Christus anspricht, Verantwortung für unsere eigene historische Existenz übernehmen.

Diese Schwerpunkte, die Gogarten ebenso bezieht wie die Sola Fide von Luther in Bezug auf den modernen Existentialismus werden zu einer weltlichen Interpretation des christlichen Evangeliums entwickelt. Der christliche Glaube bringt den Menschen zur Reife und entzieht der Welt jedes mythische oder numinöse Eigentum. Die Welt wird ihrer religiösen Macht beraubt und dem Menschen als dem volljährigen Sohn übergeben, dem Erben, dem Gott die Schöpfung anvertraut hat. Diese Ansichten beziehen sich Gogarten insbesondere auf die Lehre des heiligen Paulus in Galater 4: 1–11.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Barth, Karl; Bultmann, Rudolf; Idealismus; Liberalismus; Luther, Martin; Metaphysik, Geschichte von.

Literaturverzeichnis

Werke von Gogarten

Ich glaube an den dreieinigen Gott. Jena: E. Diederichs, 1926.

Illusionen, eine Auseinandersetzung mit dem Kulturidealismus. Jena: E. Diederichs, 1926.

Glaube und Wirklichkeit. Jena: E. Diederichs, 1928.

Politische Ethik. Jena: E. Diederichs, 1932.

Das Bekenntnis der Kirche. Jena: E. Diederichs, 1934.

Die Kirche in der Welt. Heidelberg: L. Schneider, 1948.

Die Verkündigung Jesus Christi. Heidelberg, 1948.

Verhängnis und Hoffnung der Neuzeit. Stuttgart, 1953.

Entmythologisierung und die Kirche. Stuttgart, 1953. Übersetzt als Demythologisierung und Geschichte. London: SCM Press, 1955.

Der Mensch zwischen Gott und Welt. Stuttgart, 1956.

Die Wirklichkeit des Glaubens. Stuttgart: F. Vorwerk, 1957. Übersetzt von Carl Michalson und anderen als Die Realität des Glaubens. Philadelphia: Westminster Press, 1959.

Gogarten hat auch verschiedene Werke Luthers herausgegeben und maßgeblich dazu beigetragen Zwischen den Zeiten, die Zeitschrift der Gruppe für dialektische Theologie.

Arbeitet auf Gogarten

Siegfried, T. Die Theologie der Existenz bei Friedrich Gogarten und Rudolf Bultmann. Gotha, 1933. Die zufriedenstellendste kritische Darstellung von Gogartens Gedanken.

John Macquarrie (1967)