Erich friedrich wilhelm ludendorff

Der deutsche General Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff (1865-1937), ein brillanter Stratege und erfolgreicher Feldkommandant, leitete die gesamten Kriegsanstrengungen Deutschlands in den letzten zwei Jahren des Ersten Weltkriegs. Später förderte er den Aufstieg Hitlers.

Erich Ludendorff wurde am 9. April 1865 in Kruszewnia in der hauptsächlich polnisch besiedelten preußischen Provinz Posen geboren. Er war der Sohn eines verarmten ehemaligen Kavallerieoffiziers. Ludendorff, der an Militärschulen ausgebildet wurde, trat 1882 in die deutsche Armee ein, wo er 1894 aufgrund seiner hervorragenden Leistungen zum Generalstab ernannt wurde. Ab 1908 gewann er sofort das Vertrauen seines Chefs, des jüngeren Grafen Moltke, und als Chef der Mobilisierung bis 1912 war Ludendorff maßgeblich für die Kriegsvorbereitungen Deutschlands verantwortlich.

Im ersten Monat des Ersten Weltkriegs erlebte der junge Stabsoffizier einen kometenhaften Aufstieg. Als stellvertretender Stabschef der 2. Armee machte sich Ludendorff sofort einen Namen, indem er die belgische Schlüsselfestung Lüttich durch einen kühnen Staatsstreich eroberte. Dieser Schritt brachte ihm den höchsten deutschen Militärpreis ein. Wochen später errang Ludendorff seinen größten Sieg als Stabschef des 8. Armeekommandanten Paul von Hindenburg in Tannenberg an der Ostfront gegen die vorrückenden Russen. Während der nächsten zwei Jahre blieb Ludendorff im Osten und überwachte eine Reihe deutscher Siege, war jedoch frustriert in seiner Hoffnung, eine entscheidende Kampagne gegen die Russen zu starten.

Nach dem Scheitern des Oberkommandos von Erich von Falkenhayn im mörderischen Kampf um die französische Schlüsselfestung Verdun (1916) wurden Hindenburg und Ludendorff zum Oberkommando berufen, letzteres als erster Generalquartiermeister. In dieser Position erlangte Ludendorff eine zunehmende Kontrolle über die deutschen Kriegsanstrengungen, nicht nur in ihren militärischen, sondern auch in ihren wirtschaftlichen und politischen Phasen. Im Januar 1917 ordnete Ludendorff einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen die Einwände von Bundeskanzler Theobald von Bethmann Hollweg an. Dieser Schritt brachte die Vereinigten Staaten bald in den Krieg gegen Deutschland. Nachdem im Sommer 1917 im Deutschen Bundestag Friedensbewegungen begonnen hatten, führte Ludendorff die Entlassung von Bethmann Hollweg durch, ersetzte ihn durch eine Nichtigkeit und startete ein Programm der totalen Mobilisierung (Hindenburg-Programm) und des nationalen Rettungsdienstes. Im Februar 1918 diktierte Ludendorff den besiegten Russen den harten Vertrag von Brest-Litowsk. Nachdem die deutsche Position im Krieg im Sommer 1918 im Westen hoffnungslos geworden war, forderte Ludendorff plötzlich Waffenstillstandsverhandlungen und eine Demokratisierung der Regierung. Angesichts der Antwort von Präsident Woodrow Wilson forderte Ludendorff jedoch einen letzten nationalen Widerstand. Er trat zurück, als er vom neuen Bundeskanzler Prinz Max von Baden überstimmt wurde, und entging damit jeder Verantwortung für die Niederlage Deutschlands.

In den Nachkriegsjahren verbreitete Ludendorff lautstark die Legende "Stich in den Rücken", die die deutschen Sozialisten und Demokraten für die Niederlage verantwortlich machte. Ludendorff wurde dann in "volkstümlichen" ultranationalistischen Bewegungen aktiv und nahm 1923 am Putsch in der Bierhalle der Nazis teil. Ludendorff trat 1924 als Nazi ins Parlament ein und kandidierte 1925 als Präsident auf dem Nazi-Ticket.

Mit seiner zweiten Frau, Dr. Mathilde von Kemnitz, gründete Ludendorff später den mystisch-religiösen arisch-deutschen Tannenberg-Bund, der sich aktiv gegen Juden, Marxisten, Freimaurer und Jesuiten einsetzte. Ludendorff hat seine politischen Ansichten in zahlreichen Schriften niedergelegt, insbesondere in seinem offen militaristischen Die Nation im Krieg (1936). Ludendorff wurde vom NS-Regime hoch gelobt, aber in seiner eigenen mystischen Politik isoliert. Er starb am 20. Dezember 1937 in München.

Weiterführende Literatur

Ludendorffs autobiografische Berichte umfassen Meine Kriegserinnerungen, 1914-1918 (trans. 1919) und Der Generalstab und seine Probleme, übersetzt von FA Holt (2 Bde., 1920). Die Erinnerungen seiner ersten Frau, Margarethe Ludendorff, Mein Eheleben mit Ludendorff (1930) wurden von Raglan Somerset übersetzt; die seiner zweiten Frau sind auf Englisch nicht verfügbar. Die Standardbiographie in Englisch ist DJ Goodspeed, Ludendorff: Genie des Ersten Weltkriegs (1966).

Zusätzliche Quellen

Parkinson, Roger., Gequälter Krieger: Ludendorff und das Oberkommando, London: Hodder und Stoughton, 1978; New York: Stein and Day, 1978, 1979.

Venohr, Wolfgang., Ludendorff: Legende und Wirklichkeit, Berlin: Ullstein, 1993. □