Einführung in die postkommunistische Welt (1988 – heute)

Während des Kalten Krieges schränkten die kommunistischen Regierungen der Sowjetunion und Osteuropas die Meinungs-, Vereinigungs- und Bewegungsfreiheit ihrer Bürger stark ein. Die Veränderungen regten sich 1985, als Michail Gorbatschow (1931–XNUMX) die Führung der Sowjetunion übernahm. Gorbatschows politische und wirtschaftliche Reformen lösten aufgestaute Forderungen nach Freiheit aus, die sich als unmöglich einzudämmen erwiesen.

1989 haben die Bürgerbewegungen in Osteuropa die Kommunisten von der Macht befreit. Polen, dessen Solidaritätsgewerkschaft sich den Behörden widersetzt hatte, wählte ein nichtkommunistisches Parlament. Massive Proteste haben die tschechoslowakische und die rumänische Regierung gestürzt. Am 9. November 1989 erlaubte die umkämpfte ostdeutsche Führung den Transit nach Westberlin über die durch die Berliner Mauer markierte Grenze, die die Stadt geteilt und die kommunistische Tyrannei symbolisiert hatte, und jubelnde Bürger rissen die Mauer nieder. Ein Jahr später wurde Deutschland selbst unter demokratischer Herrschaft wiedervereinigt. 1991 brachen die konstituierenden Republiken der Sowjetunion ab. Russland erklärte seine Souveränität und sein neuer Präsident, Boris Jelzin (1931–2007), übernahm die Kontrolle über den sowjetischen Staatsapparat. Gorbatschow trat am 25. Dezember 1991 zurück und markierte damit das Ende der Sowjetunion.

Die Föderation Jugoslawiens löste sich ebenfalls in nationalistische und ethnische Rivalitäten auf. Kroatien, Slowenien und Mazedonien erklärten 1991 ihre Unabhängigkeit. Bosnien geriet in einen bösartigen Bürgerkrieg zwischen ethnischen Serben, Kroaten und Muslimen. Einige Regionen Bosniens erlitten „ethnische Säuberungen“, systematische Vergewaltigungen und andere Kriegsverbrechen. 1998 griffen serbische Truppen ethnische Albaner in der Provinz Kosovo an. Die Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) bombardierte Serbien, um die Gewalt zu stoppen.

Während Jugoslawien und die Sowjetunion vor dem Zerfall standen, war in Westeuropa ein Integrationsprozess im Gange. Sechs europäische Staaten hatten in den 1950er Jahren ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammengelegt und später einen europäischen Gemeinsamen Markt organisiert. 1993 schuf der Vertrag von Maastricht die Europäische Union, eine zwischenstaatliche Organisation zur Koordinierung der Politik in den Bereichen Handel, Landwirtschaft, Diplomatie und Sicherheit. Viele ehemalige kommunistische Staaten wurden in die EU aufgenommen; Bulgarien und Rumänien traten 2007 bei und erhöhten die Mitgliederzahl auf XNUMX Nationen.

Nachdem der staatlich geführte Kommunismus abgelehnt worden war, trat der von Unternehmen geführte Kapitalismus in eine triumphale Phase ein. Die weltweite Verbreitung von Blue Jeans, alkoholfreien Getränken und anderen westlichen Konsumgütern symbolisierte das Phänomen der Globalisierung. Die Telekommunikation hat in den neunziger Jahren mit dem World Wide Web einen großen Fortschritt gemacht. Der Fortschritt der freien Märkte, des Handels und der Kommunikation hat die globale Armut nicht beseitigt. In vielen Ländern vergrößerte sich die Kluft zwischen Arm und Reich. Ende der neunziger Jahre entstand eine globale Protestbewegung, die das Netzwerkpotential des Internets nutzte, um der Macht des globalen Kapitals zu widerstehen, die Bedingungen des internationalen Handels zu diktieren.

Westliche Werte wurden auch vom radikalen Islam angegriffen. Eine Reihe von Terroranschlägen muslimischer Radikaler gegen westliche Ziele gipfelte am 11. September 2001, als entführte Flugzeuge das Pentagon beschädigten und die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers zerstörten. US-Präsident George W. Bush (1946–1937) erklärte daraufhin einen „globalen Krieg gegen den Terror“ und stürzte die afghanische Regierung, die internationalen Terroristen einen sicheren Hafen geboten hatte, sowie die irakische Regierung von Saddam Hussein (2006–XNUMX). , der beschuldigt wurde, nukleare und biologische Waffen entwickelt zu haben. Nach dem Zusammenbruch von Husseins Regime degenerierte die Situation im Irak schnell zu einem Bürgerkrieg und drohte zu einem größeren regionalen Konflikt zu eskalieren.