Einführung in den Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898)

Die amerikanische Revolution etablierte die Vereinigten Staaten als unabhängige Nation. Etwas mehr als ein Jahrhundert später etablierte der Spanisch-Amerikanische Krieg es als große Weltmacht. Der Konflikt dauerte im Sommer 1898 vier Monate und endete mit einem durchschlagenden amerikanischen Sieg. Unter der Führung von Präsident William McKinley zog die US-Regierung aus verschiedenen widersprüchlichen Gründen in den Krieg, darunter aus humanitären, wirtschaftlichen, nationalistischen, antiimperialistischen und imperialistischen Gründen.

Kubanische Aufständische rebellierten 1895 gegen die spanische Herrschaft und lösten einen brutalen Guerillakrieg aus. Hunderttausende Kubaner starben in den nächsten drei Jahren an Hunger oder Krankheit. Die amerikanische Presse startete eine strenge Propagandakampagne, um die öffentliche Empörung zu wecken. Ihre Zeitungen erregten die pro-kubanische Stimmung, indem sie sensationelle (und oft übertriebene) Berichte über spanische Gräueltaten veröffentlichten. Diese entzündliche Berichterstattung, der sogenannte „gelbe Journalismus“, war sehr effektiv. Die amerikanische Öffentlichkeit forderte die Befreiung Kubas - notfalls mit Gewalt.

Nach dem Untergang der USS brachen Feindseligkeiten aus Maine im Hafen von Havanna. Das Schlachtschiff war angeblich auf einer "Freundschaftsmission" nach Kuba geschickt worden, aber es war offensichtlich da, um die amerikanischen Interessen zu wahren. Am 25. Januar 1898 riss eine Explosion den Rumpf des Maineund versenkte das Schiff. Spanien lehnte jede Beteiligung ab, aber eine Überprüfung der US-Marine erklärte, dass das Schlachtschiff durch eine Explosion von außen verletzt worden war.

Als Reaktion auf den öffentlichen Druck stellte McKinley ein Ultimatum. Er forderte unter anderem, dass Spanien einen sofortigen Waffenstillstand mit den kubanischen Rebellen erklärt. Die spanische Regierung akzeptierte die amerikanische Schiedsgerichtsbarkeit im Konflikt, bestand jedoch darauf, dass die Aufständischen einen Waffenstillstand fordern sollten. Die Aufständischen weigerten sich, dies zu tun.

Spanien war bestrebt, eine bewaffnete Konfrontation zu vermeiden, und versuchte, versöhnlich zu sein. Amerika hingegen hatte die Qual eines Kampfes. Am 19. April erklärte der Kongress die Unabhängigkeit Kubas und genehmigte dann militärische Maßnahmen, um dies zu erreichen. Fünf Tage später erklärte Spanien den Vereinigten Staaten den Krieg. Der Kongress antwortete, dass seit dem 21. April ein Kriegszustand bestanden habe.

Der Krieg wurde an mehreren Fronten geführt. Die US-Marine blockierte Kuba, während die Armee hastig genug Freiwillige versammelte, um die Insel zu stürmen. Zusammen mit kubanischen Aufständischen eroberten amerikanische Truppen die San Juan Heights über dem Hafen von Santiago. Die Stadt ergab sich nach einer vernichtenden Niederlage der Marine.

Nach der Einnahme Kubas führte Generalmajor Nelson Miles eine Truppe nach Puerto Rico und überquerte die Insel von Ponce nach San Juan. Im Westpazifik eroberte Commodore George Dewey die Philippinen von den Spaniern.

Die Kämpfe waren kurz und für Amerika relativ schmerzlos. Außenminister John Hay nannte das Unternehmen "einen großartigen kleinen Krieg". Seine Worte spiegelten ein wachsendes Gefühl des amerikanischen Nationalismus und ein wachsendes Vertrauen in die militärische Stärke des Landes wider.

McKinley und der spanische Botschafter unterzeichneten am 12. August ein Friedensprotokoll. Vier Monate später erkannte der Vertrag von Paris die unabhängige Republik Kuba offiziell an. Die Vereinigten Staaten übernahmen die Kontrolle über Guam, Puerto Rico und die Philippinen und waren bereits dabei, Hawaii zu annektieren, um die Bedenken des Landes über den nordamerikanischen Kontinent hinaus zu verlagern. Von diesem Zeitpunkt an würde Amerika in internationalen Angelegenheiten eine immer wichtigere Rolle spielen.