Bombenanschlag auf Beirut

Bombenanschlag auf Beirut (23. Oktober 1983). Die wohl größte außenpolitische Katastrophe in der Regierung von Präsident Ronald Reagan ereignete sich, als ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen auf dem libanesischen Flughafen Beirut in die US-Marinekaserne stürzte, 241 US-Marinesoldaten und Seeleute tötete und über 100 weitere verwundete. Acht Jahre sektiererischer Auseinandersetzungen, die durch konkurrierende syrische, israelische und palästinensische Interessen im Libanon erschwert wurden, hatten das Land in ein bedrängtes bewaffnetes Lager verwandelt. Vier Monate von US-vermittelten Verhandlungen im Jahr 1983 fanden keine Einigung und fielen mit einem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Beirut am 18. April zusammen, bei dem dreiundsechzig Menschen getötet wurden. Als Israel am 3. und 4. September Streitkräfte südlich von Beirut neu stationierte, setzten schwere Kämpfe US-Marines feindlichem Feuer aus. Die gleichzeitigen Selbstmordanschläge muslimischer Kämpfer des US-amerikanischen und französischen Friedenssicherungshauptquartiers am 23. Oktober erneuerten Reagans öffentliche Entschlossenheit, im Libanon zu bleiben, anstatt zu riskieren, die amerikanische Glaubwürdigkeit zu verlieren. Der Zusammenbruch der christlich geführten libanesischen Koalitionsregierung am 5. Februar 1984 und die Vertreibung der christlichen Miliz in West-Beirut zwei Tage später zwangen Reagan, dies zu überdenken. Bis zu diesem Zeitpunkt die US-Marines vor der Küste umgesiedelt worden waren, waren laut Kritikern der Reagan-Administration insgesamt 257 Servicemitarbeiter sinnlos getötet worden. Selbst Anhänger der Regierung gaben zu, dass die US-Friedenstruppen den unlösbaren Charakter des blutigen Bürgerkriegs im Libanon nicht erkannt hatten.

Literaturverzeichnis

Hourani, Albert und Nadim Shehadi, Hrsg. Die Libanesen in der Welt. London: Zentrum für Libanesistik, 1991.

Mackey, Sandra. Libanon: Tod einer Nation. Chicago: Congdon und Weed, 1989.

Rabinovich, Itamar. Der Krieg für den Libanon, 1970-1983. Ithaca, NY: Cornell University Press, 1984.

Bruce J.Evensen/cw