Benennung der Nation

Obwohl die Unabhängigkeitserklärung die erste offizielle Verwendung des Namens "Vereinigte Staaten von Amerika" zur Bezeichnung der neuen Nation darstellte, war der Name 1776 nicht ganz neu. Seine Bestandteile hatten sich im Laufe der Zeit als Reaktion auf sich ändernde Umstände in den Kolonien entwickelt. Die Europäer hatten "Amerika" seit dem frühen XNUMX. Jahrhundert aufgrund der Bemühungen von Kartographen wie Gerard Mercator als geografische Region anerkannt. Der Begriff erhielt nach der Kolonialisierung zunehmend politische Konnotationen. Während des französischen und indischen Krieges signalisierte ein fehlgeschlagener Versuch, eine Kolonialunion aufzubauen, eine wachsende Identifikation unter den britischen Amerikanern. Diese Identität würde letztendlich im Gegensatz zu England während der Revolution gefälscht werden, als es üblich wurde, sich auf die "Vereinigten Kolonien" zu beziehen.

Als sich die Krise mit England in den 1770er Jahren verschärfte, bezeichneten einige Revolutionäre die Kolonien als "Staaten", ein Wort, das nicht das gleiche Gefühl der Abhängigkeit vermittelte. Königliche Beamte wie Thomas Hutchinson, der Gouverneur von Massachusetts, bemerkten die sich ändernde Terminologie, aber ihre Bedeutung wurde erst mit der Unabhängigkeitserklärung deutlich. Die Anweisung des Kontinentalkongresses, die Erklärung nachdrucken und vorlesen zu lassen, trug dazu bei, den Ausdruck "Vereinigte Staaten von Amerika" bekannt zu machen. Und seine spätere Verwendung sowohl in den Artikeln der Konföderation als auch in der Verfassung festigte seinen Status als offizieller Name der Republik bis Ende der 1780er Jahre.

Nicht jeder in der neuen Nation war jedoch mit dem Namen zufrieden. Das hundertjährige Bestehen von Kolumbus 'erster transatlantischer Reise veranlasste einige in den 1790er Jahren, ihm zu Ehren die Umbenennung des Landes vorzuschlagen. In früheren Jahrhunderten war es nicht ungewöhnlich gewesen, die Neue Welt "Kolumbien" zu nennen, und die Amerikaner in der Zeit nach der Revolution übernahmen den Begriff für alles, von Colleges bis zu Landeshauptstädten. Patriotische Clubs begannen sogar, auf "die Vereinigten Kolumbianischen Staaten" anzustoßen. Mitglieder der neu gegründeten Massachusetts Historical Society würden sich besonders für die Sache Kolumbiens einsetzen. Für sie bot der Name nicht nur eine neue, nicht englische (und dennoch europäische) Identität für die Nation, sondern korrigierte auch ein historisches Unrecht. Frühe Kartenhersteller hätten die Entdeckung Amerikas fälschlicherweise Amerigo Vespucci zugeschrieben. Bis weit ins neunzehnte Jahrhundert hinein würden andere historische Gesellschaften ebenfalls vorschlagen, den Fehler zu korrigieren, indem sie Vespuccis Namen aus dem offiziellen Titel des Landes streichen. Die New York Historical Society empfahl "The Republic of Washington", während die Maryland Historical Society "Allegania" bevorzugte. Doch keiner der beiden Namen erregte die Vorstellungskraft des Volkes.

Vielleicht hat keine einzelne Person größere Anstrengungen unternommen, um den Namen des Landes zu ändern, als Samuel Latham Mitchill, ein Kongressabgeordneter und später Senator aus New York. Mitchills Gedanken zu diesem Thema spiegelten sowohl seinen Patriotismus als auch seine Akzeptanz des Rationalismus der Aufklärung wider. Er fand den Begriff "Vereinigte Staaten von Amerika" wenig inspirierend, weil er lediglich eine formelle politische Vereinbarung widerspiegelte und nicht den Geist der Freiheit einfing, der die neue Nation belebte. Er schlug dementsprechend den Namen "Fredon" oder "Fredonia" vor, den er lose als "Haus der Freiheit" übersetzte. Trotz Mitchills Lobbyarbeit unter Größen wie Noah Webster und Präsident Thomas Jefferson im Jahr 1803 gewann der Name außerhalb seiner Heimat New York nie viel an Bedeutung.