Andreas bodenheim von karlstadt

Der deutsche protestantische Reformer Andreas Bodenheim von Karlstadt (ca. 1480-1541) war ein früher Anhänger Luthers. Er brach später mit Luther und wurde einer der radikaleren Führer der Reformation.

Karlstadt wurde in Karlstadt in Franken geboren. Er besuchte die Universität Erfurt, von der er 1502 seinen Bachelor abschloss. Er studierte in Köln und ging 1504 an die Universität Wittenberg, wo er akademische Bekanntheit erlangte. Er promovierte 1516 in Siena zum Doktor der Rechtswissenschaften. Karlstadt wurde von Martin Luther in die Schriften des hl. Augustinus eingeführt und teilte bald die theologischen Interessen, die 1517 zum Beginn der Reformation führten. 1519 organisierte Karlstadt die berühmten Leipziger Debatten zwischen er selbst und Johann Eck, aber er zeigte so schlecht, dass sein Platz von Luther eingenommen werden musste.

Karlstadts Karriere bis 1519 war geprägt von beträchtlicher Intelligenz, einer Fähigkeit zu tiefgreifenden und originellen theologischen Spekulationen, großer Energie und Fairness des Geistes. Von 1519 bis zu seinem Tod waren jedoch auch andere Charaktereigenschaften erkennbar. Sein Ehrgeiz und seine Eitelkeit wurden deutlich, und seine frühere Tendenz, der intellektuellen und theologischen Mode zu folgen, führte ihn zu theologischen und liturgischen Reformen, die weit über die Luthers hinausgingen.

Während Luthers Abgeschiedenheit in der Wartburg (1521-1522) unternahm Karlstadt einen fehlgeschlagenen Versuch, die Reformation nach Dänemark zu bringen, und machte sich dann zum Führer der Reformation in Wittenberg. Seine Lehre vom gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen nahm die Form der "ersten protestantischen Gemeinschaft" an, die er am Weihnachtstag 1521 feierte. In diesem Ritus ließ Karlstadt die Weihe der Hostie aus und erlaubte den Laien, in beiden Arten (Brot und Wein). Diese radikalen Veränderungen in der eucharistischen Lehre und im Ritual führten zu seinem ersten Bruch mit Luther.

Karlstadt heiratete 1522 und verband sich kurz mit Thomas Münzer und den Zwickauer Propheten, die kirchliche und soziale Revolutionäre waren. 1523 verließ Karlstadt Wittenberg, um Pfarrer von Orlamunde zu werden, wurde jedoch 1524 von diesem Posten ausgeschlossen. Er ging nach Straßburg und dann nach Basel, wo seine Unterstützung des Bauernaufstands sein Leben gefährdete. Karlstadt hatte sich mit Luther versöhnt und fand nach dem Scheitern des Aufstands 1525 Schutz bei ihm. 1527 brach er jedoch erneut mit Luther in der Frage der Eucharistie.

Mit seiner Frau und seinen Kindern wurde Karlstadt dann ein Wanderer, der seine theologischen Lehren verkündete und gesellschaftliche Reformen forderte, die denen der Täufer und Schwenckfelder ähnelten. Er fand schließlich Zuflucht in Zürich und wurde 1534 Professor an der Universität Basel. Dort setzte Karlstadt seine stürmische Karriere bis zu seinem Tod der Pest fort.

Weiterführende Literatur

Es gibt keine zufriedenstellende Biographie von Karlstadt in englischer Sprache. Es gibt nützliche Diskussionen über sein Leben in solchen Geschichten der Reformation wie Die neue moderne Geschichte von Cambridge, vol. 2: Die Reformation: 1520-1599 (1958) und George Huntston Williams, Die radikale Reformation (1962). Karlstadts Leben ist so eng mit Luthers verbunden, dass sich Studien über Karlstadt auch mit Karlstadt befassen, wie Robert Herndon Fife, Der Aufstand von Martin Luther (1957) und Walter G. Tillmanns, Die Welt und die Menschen um Luther (1959).

Zusätzliche Quellen

Pater, Calvin Augustine, Karlstadt als Vater der Baptistenbewegung: die Entstehung des Laienprotestantismus, Lewiston, NY: E. Mellen Press, 1993. □