Abu Dulaf al-Khazraji

Gedeiht 943–952

Reiseschriftsteller

Abu Dulaf al-Khazraji nutzte das beliebte Interesse am Reisen, um seinen Ruf als Literat zu stärken. Als Iraner, der Mitte des 914. Jahrhunderts den Hof eines örtlichen Herrschers im Westiran besuchte, schrieb er zwei Reiseberichte. Der erste soll über eine Delegation berichten, die vom samanidischen Herrscher Nasr ibn Ahmad (reg. 943–XNUMX) aus dem Ostiran entsandt wurde, um eine königliche Ehe mit dem Herrscher von China auszuhandeln. Abu Dulafs kurze und manchmal phantasievolle Beschreibungen der Völker, denen er begegnet ist, sind in einer scheinbar unlogischen Reihenfolge, und die wenigen Worte, die er einer angeblichen Rückkehr in den Iran über China, Malaya und Indien widmete, haben die Gelehrten dazu veranlasst, an ihm zu zweifeln jemals die Reise gemacht. Wahrscheinlicher ist, dass er Informationen von Reisenden in der samanidischen Hauptstadt Buchara sammelte und eine Erzählung erfand, um die Leserschaft zufrieden zu stellen. Die Gelehrten haben seinen zweiten Bericht, der ausschließlich Reisen innerhalb des Iran gewidmet ist, großzügiger bewertet. Aber auch hier sind die Informationen aus dem westlichen Iran deutlich plausibler und geografisch kohärenter als die Überlieferungen aus den östlicheren Provinzen. In einem dritten Werk, einem langen Gedicht mit ausführlichen Erläuterungen, beschrieb Abu Dulaf die Aktivitäten einer anderen Klasse von Reisenden in der mittelalterlichen islamischen Gesellschaft, der „Gilde“ von Bettlern, Straßenkünstlern und Betrügern des Vertrauens. Diese farbenfrohe Gruppe, bekannt als Banu Sasan, erregte unter Abu Dulafs Publikum gebildeter Höflinge das gleiche Interesse, das eine moderne Darstellung des Unterwelt- oder Zirkuslebens heute erregen könnte. Abu Dulafs Arbeit zeugt von der Popularität von Geschichten über exotische Völker und Orte, auch wenn sie seine persönliche Ehrlichkeit in Frage stellen.

Quelle

Richard W. Bulliet, „Abu Dolaf al-Yanbu'i, Mes'ar b. Mohalhel al-Kazraji “, in Enzyklopädie Iranica (London: Routledge & Kegan Paul, 1985), I: 271–272.