1970er Jahre: Musik

Musikalisch waren die 1970er Jahre ein Jahrzehnt großer Vielfalt. Hard Rock wurde härter, Soft Rock wurde weicher und Künstler, die mit Standardmusikformen frustriert waren, warfen sie beiseite und begannen ihre eigenen. Für Fans neuer Formen wie Funk, Disco, Punk oder New Wave Musik war diese Innovation wunderbar. Aber andere hassten die Musik. Gruppen bildeten sich, um ihren Hass auf Disco auszudrücken. Einige dachten, die Punk-Kultur sei das Zeichen für den Untergang der Zivilisation.

Hard Rock war in den 1960er Jahren entstanden, um den wütenden und rebellischen Geist des Rock'n'Roll zu schützen. In den 1970er Jahren nahmen Musiker wie KISS, Led Zeppelin, Black Sabbath und Alice Cooper (1948–) Hardrock in verschiedene Richtungen. KISS war weniger berühmt für seine Musik als für seine unverschämten Kostüme und explosiven Bühnenshows, und sie ebneten den Weg für Rock als Spektakel. Led Zeppelin inspirierte eine Kult-Anhängerschaft, die durch den guten Ruf der Band und ihre fast mystischen Texte gefördert wurde. Rock wurde auch in den 1970er Jahren weicher, dank Künstlern wie den Carpenters, Barry Manilow (1946–), den Eagles, Fleetwood Mac und der schwedischen Gruppe ABBA, der erfolgreichsten Popgruppe der 1970er Jahre. Obwohl sie von Jugendlichen verspottet wurden, wurden ihre Hits bei erwachsenen Radiosendern häufiger gespielt.

In der Punk- und New-Wave-Musik spaltete sich der Rock in andere Richtungen ab. Punkmusik war Ausdruck der Punk-Subkultur, die gegen die Langeweile und Einheitlichkeit der Gesellschaft protestierte. Die Musik wurde von Bands wie den Ramones, den Sex Pistols und dem Clash gespielt und war laut, schnell und wütend. New-Wave-Bands wie die Talking Heads, die Pretenders und die Cars beschäftigten sich ebenfalls mit kulturellen Kommentaren, aber mit einem ironischen Sinn für Humor und einem viel ausgefeilteren Spiel. New Wave Musik - später alternative Musik genannt - entwickelte sich zu einem wichtigen, wenn auch etwas schwer zu definierenden Zweig der Rockmusik.

Funkmusik kombinierte Rock, Rhythmus und Blues (R & B), Jazz und Soul und war eine afroamerikanische Musikform, die mit "Black Pride" und der Bürgerrechtsbewegung in Verbindung gebracht wurde. Die bekanntesten Praktizierenden waren James Brown (1933–), Sly and the Family Stone, Parliament-Funkadelic und Curtis Mayfield (1942–1999). Disco entstand Ende der 1970er Jahre aus dem Funk, als weiße und schwarze Bands Funk und Rock kombinierten, um populäre Tanzmusik zu machen. Disco war wie Punk sowohl Musik als auch Kultur. In der Disco gab es auffällige Tanzbewegungen, Spiegelkugellichter und Seidenhemden. Die Musik und Kultur der Disco wurden im Filmhit von 1977 festgehalten Saturday Night Fever, mit John Travolta (1954–). Hardrock-Fans hassten Disco so sehr, dass sie in Detroit, Michigan, und Chicago, Illinois, offene Proteste gegen Disco führten. Dies war die Ära der 1970er Jahre, in der Musikstile oft aufeinander stießen.